Weitwandern – was packe ich ein? Inklusive Packliste

by Sabrina

Die lästigste Frage aller Zeiten… Was packe ich ein? Um ehrlich zu sein, plage ich mich auch jedes Mal aufs Neue wenn es ums Packen geht. Da ich prinzipiell NIE mit Koffer oder Trolley reise, ist es für mich immer wichtig, mein Gepäck noch tragen zu können. Aber wie packe ich wenn ich zu einer Weitwanderung aufbreche? Wie schwer darf der Rucksack sein?


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Weitwandern was packe ich ein?

Die Antwort ist simpel: So wenig wie möglich. Leichter gesagt als getan. Ich muss gestehen für mich ist es wirklich ein Ding der Unmöglichkeit leicht zu packen. Alleine meine Kamera (inklusive Objektiv) wiegt schon 1,7kg, mein Stativ wiegt 1,2kg – was für so ein stabiles Stativ eigentlich nicht viel ist.

Wenn man davon ausgeht, dass man bei einer Weitwanderung nicht mehr als 10kg tragen sollte, ist es unmöglich so ein Equipment mitzunehmen. Prinzipiell würde ich jedoch eher 8kg (inklusive Wasser) als Richtwert anpeilen.

Zu viel Equipment

Bei normalen Tageswanderungen, wenn ich nur das Nötigste mitnehme, komme ich schon auf über 6kg: 1,7kg Kamera & Objektiv + 1,2kg Stativ + 1,2kg volle Wasserflasche + ca. 200g Erste Hilfe Paket + 200g Power Bar + ca. 500g für warme Kleidung & Regenjacke + 300g für Jause + 860g Rucksack. Wenn ich dann vielleicht noch der Meinung bin ich müsse mein Wechselobjektiv einpacken, kommen nochmal 690g dazu. Packe ich meine Stöcke (220g/Stück) auch ein, bin ich bei einem Gesamtgewicht von 7kg für eine Tageswanderung. Ihr seht also… wer so ein Equipment mitschleppt wird es niemals schaffen auf nur 8kg zu kommen.

Weitwandern – welcher Rucksack?

Lassen wir mal mein Equipment beiseite – mittlerweile kann man ja auch mit Handys ausgezeichnete Fotos machen und erspart sich das ganze Kamerazeug. Es wird aber für alle die es interessiert auch bald einen Blogpost zum Thema „Lade- und Technikchaos auf Reisen reduzieren“ geben.

Eigentlich stellt sich vor allen anderen Fragen, natürlich mal die Frage nach dem richtigen Rucksack und der richtigen Rucksackgröße. Für eine 5-tägige Wanderung würde ich einen Rucksack zwischen 35 und 50 Liter empfehlen. Was der Rucksack auf jeden Fall haben sollt:

  • seitliche Fächer für Trinkflaschen (im Idealfall auf beiden Seiten) – es gibt auch Rucksäcke mit integriertem Trinksystem. Ich mag diese Trinksysteme nicht – mehr dazu später.
  • Hüftgurt – ganz wichtig!!
  • Befestigungsmöglichkeiten für Stöcke
  • Regenschutz
Weitwandern Rucksack
Tatonka PYROX 40 +10L

Was die Wahl des richtigen Rucksacks betrifft, kann ich nur sagen: AUSPROBIEREN – es ist einfach so wichtig, dass der Rucksack gut sitzt. Beim Tatonka PYROX kann man zum Beispiel das Tragesystem auf die Rückenlänge einstellen. Auch der Hüftgurt sollte vor dem Kauf ausprobiert werden – mir sind Hüftgurte oft zu groß.

Der Tatonka PYROX wiegt 1,6kg und ist somit ein wirklich leichter Rucksack – zumindest für diese Größenordnung und den Tragekomfort. Es gibt natürlich noch VIEL leichtere Rucksäcke. Leichter Rucksack bedeutet aber meistens auch weniger gute Belüftung am Rücken, geringeren Tragekomfort und weniger Möglichkeiten ihn anzupassen. Am Ende muss jeder selbst herausfinden welcher Rucksack am besten passt.

Weitwandern – welche Kleidung?

Welche Kleidung packe ich zum Weitwandern ein? Und wieviel brauche ich wirklich? Wichtig ist vor allem, dass man gute Kleidung einpackt. Funktionskleidung ist bei solchen Unternehmungen essentiell. Nicht nur wegen der Funktion sondern auch wegen dem geringen Gewicht.

1 Haglöfs wasserdichte Hose; 2 Socken Stance; 3 Freizeit/Schlafkleidung; 4 kurze Hosen (Patagonia & Arcerteryx); 5 Funktionsshirts; 6 Fleeceweste Mammut; 7 The North Face Regenjacke; 8 Sport-BH La Sportiva; 9 Kappe Patagonia; 10 Multifunktionstuch H.A.D.; 11 Mütze Haglöfs; 12 Primaloftjacke The North Face; 13 Schlapfen Birkenstock

Die hier angeführte Kleidungsempfehlung ist nur bedingt für alpine Touren geeignet. Wir gehen von einer 5-tägigen Weitwanderung im subalpinen Bereich aus. Manche Dinge sind optional. Wenn der Wetterbericht durchgehend 30 Grad vorhersagt, würde ich auf die Primaloftjacke verzichten. Aber gehen wir die einzelnen Punkte mal der Reihe nach durch:

  1. Regenhose /lange Wanderhose – auf die könnte man vielleicht auch verzichten. Aber ich würde es wahrscheinlich nicht riskieren wenn ich ehrlich bin. Das Wetter in den Bergen kann sich bekanntlich recht schnell ändern. Eine lange Wanderhose würde ich auf jeden Fall einpacken. Mit dieser Hose decke ich sowohl Regen- als auch lange Wanderhose ab, sie ist obwohl sie 100% wasserdicht ist, sehr atmungsaktiv. An dieser Stelle möchte ich aber anmerken, dass ich die Hose in der Kinderabteilung (Gr.164) gekauft habe…. Wanderhosen für Damen passen mir meistens nicht….
  2. Socken – neben den Schuhen eine der wichtigsten Dinge wenn es ums Weitwandern geht. Ich trage auch in niedrigen Wanderschuhen gerne hohe Socken. Das ist aber natürlich Geschmacksache. Für 5 Tage habe ich 6 Paar Socken eingepackt (ein extra Paar falls es am Abend mal kalt ist oder auch zum Schlafen *hihi*).
  3. Freizeitkleidung/Schlafkleidung – je nachdem wo man schläft empfiehlt es sich Freizeitkleidung einzupacken. Ich packe meistens ein Shirt und eine Leggings ein. Natürlich kann man auch mit der Sportkleidung Abendessen gehen. Aber wenn man zum Beispiel auf Hütten übernachtet, ist es kein Fehler Freizeitkleidung dabei zu haben um auch darin zu schlafen … gemischte Matratzenlager usw.
  4. Kurze Hosen – bei meiner 5-tägigen Tour hätte ich noch gerne eine dritte kurze Hose dabeigehabt. Ich habe so viel geschwitzt, dass die Hosen teilweise wirklich grausam anzusehen und zu riechen waren *haha*. Zwei haben es letztendlich aber auch getan und wer ganz hart im Nehmen ist, dem reicht vermutlich sogar eine kurze Hose.
  5. Funktionsshirts – ich kann nur sagen, ein gutes Funktionsshirt ist Goldwert. Für jeden Tag ein Shirt. Natürlich kann man auch auf 2-3 Shirts reduzieren und sie einfach mal schnell irgendwo waschen… Funktionsshirts trocknen ja schnell. Ich war jedenfalls froh, dass ich genug Shirts mithatte und nicht waschen musste. Wichtig ist auch, dass man Shirts mit Ärmel einpackt. Ärmellose Shirts würde ich nicht empfehlen wenn man so lange einen Rucksack trägt. Ich hatte ein einziges ärmelfreies Shirt dabei was ausreichend war.
  6. Fleecejacke – sollte man immer dabei haben. Fleece wiegt nicht viel und hält schön warm. Ein Fleecepulli oder eine Fleecejacke reicht aber für eine Weitwanderung im Sommer.
  7. Regenjacke – sollte man auch immer einpacken. Die meisten Jacken sind ganz dünn, leicht und lassen sich super klein zusammenpacken. Es sollte aber dennoch eine gute Jacke sein mit mindestens 10.000 mm Wassersäule (Hardshell).
  8. Sport BH & Unterhosen– ich hatte zwei dabei und trug die ganzen 5 Tage nur einen. Bei Unterhosen verhält es sich anders *haha* – die sollte man dann doch lieber täglich wechseln ;-).
  9. Kappe – So so wichtig!!! Gerade beim Wandern geht es recht schnell, dass man sich einen Sonnenstich/Hitzeschlag holt.
  10. Mulitfunktionstuch – braucht kaum Platz und ist immer gut dabei zu haben.
  11. Mütze – kann man, muss man aber nicht – es kommt auch hier wieder auf das Wetter an. Ich habe eigentlich so gut wie immer eine Haube dabei (super empfindliche Ohren & für nach dem Haare waschen), ein Multifunktionstuch reicht aber im Normalfall aus.
  12. Primaloftjacke – wie oben erwähnt. Je nach Wetter.
  13. Schlapfen – irgendeine Alternative zu den Wanderschuhen braucht man ja. Natürlich würden es FlipFlops auch tun.

Weitwandern – was sonst noch in den Rucksack muss

Abgesehen von der Kleidung sollten auch noch ein paar andere Dinge nicht im Rucksack fehlen.

Weitwandern was gehört in den Rucksack?
1 Deuter Zip Pack 9; 2 Deuter Zip Pack Lite 3; 3 Sonnenbrille Izipizi; 4 Sonnencreme (Weleda, Ultrasun); 5 Leki Trekkingstöcke; 6 Erste Hilfe Paket; 7 Mikrofaserhandtuch klein; 8 Trinkflaschen (doppelt isolierte Flasche); 9 Mikrofaserhandtuch groß; 10 Salewa Hüttenschlafsack; 11 Tatonka PYROX 40+10L

  1. Deuter Zip Pack Größe 9 – nachdem ich ein furchtbarer Chaot bin, habe ich mich dazu entschieden Packsäcke zu benutzen. Hat natürlich Vor- und Nachteile. Einerseits ist es so viel einfacher immer wieder ein- & auszupacken. Man muss nicht den ganzen Rucksack durchwühlen wenn man etwas sucht und man kann Schmutzwäsche von sauberer Wäsche besser trennen. Der Nachteil ist natürlich, dass sie recht viel Platz einnehmen. Im großen Sack habe ich eigentlich meine gesamte Oberbekleidung untergebracht.
  2. Deuter Zip Pack Lite 3 – im kleinen Packsack habe ich Socken, Unterwäsche, Mulitfunkitonstuch und Haube
  3. Sonnenbrille – sollte auch nicht fehlen. Es muss natürlich keine Gletscherbrille sein… trotzdem würde ich entweder ein Brillenband an der Sonnenbrille befestigen oder eine Brille mit gebogenem Bügel (wie bei der Gletscherbrille) empfehlen. Es ist einfach angenehmer wenn die Brille beim Bücken nicht runterfallen kann.
  4. Sonnencreme – ich nehme natürlich nur eine Sonnencreme mit. Momentan liebe ich die Sonnencreme von „Ultrasun“ – ist wirklich grenzgenial. Nachdem ich letztes Jahr aber auch sehr zufrieden mit der Weleda Edelweiß (30LSF) war, wollte ich sie hier auch erwähnen. Beides Sonnencremen die bestens für den Sport geeignet sind.
  5. Wanderstöcke – ehrlich gesagt benutze ich Stöcke nur beim Absteigen und selbst da nicht immer und auch nur einen *haha* Mitschleppen tu ich sie aber trotzdem fast immer. Ist Geschmacksache.
  6. Erste Hilfe Paket – abgesehen von den üblichen Dingen die sich darin befinden, packe ich auch IMMER Blasenpflaster, Magnesium, Schmerzmittel und eine Notstirnlampe ein.
  7. Kleines Mikrofasertuch – Ich kann Mikrofastertücher nicht sonderlich leiden, aber kein Mensch schleppt ein normales Handtuch mit sich herum … viel zu schwer, trocknet zu langsam und braucht viel zu viel Platz.
  8. Trinkflaschen – die beiden Flaschen haben zusammen etwa 1,5 Liter Fassungsvermögen. Eigentlich wäre mehr noch besser. Aber schleppen muss man das Wasser eben auch. Weniger als 1,5 Liter würde ich jedoch nicht empfehlen. Ich empfehle auch zumindest eine doppelt isolierte Flasche dabei zu haben. Diese doppelt isolierten Flaschen halten die Wassertemperatur (egal ob kalt oder warm) wirklich 24 Stunden. Wie oben bereits angekündigt, bin ich kein großer Fan von integrierten Trinksystemen. Natürlich ist das Geschmacksache. Für mich hat es folgende Nachteile: Unterwegs Wasser nachfüllen ist mühsam (vor allem wenn man einen vollen Rucksack hat), man kann schwer einschätzen wieviel Wasser man noch hat, man hat das Wasser nicht schnell parat (zB. Wunden ausspülen, Hände waschen…), das Reinigen gestaltet sich schwieriger und ich mag es nicht Wasser zu „nuckeln“. Wie gesagt, nur meine persönliche Meinung dazu.
  9. Großes Mikrofasertuch – Das kleine ist fürs Gesicht, das große für den Körper… ist klar, oder?
  10. Hüttenschlafsack – Wer von Hütte zu Hütte wandert, braucht den auf jeden Fall. Manche Hütten bestehen auch darauf, dass man einen mitbringt. Eh klar… die Möglichkeiten Polster und Decken zu waschen ist ja begrenzt. Es gibt da unterschiedliche Modelle. Ich bevorzuge den Hüttenschlafsack aus Baumwolle.
  11. Rucksack – oben habe ich ja schon mehr zum Rucksack geschrieben. Was ich noch sagen könnte ist, dass es immer praktisch ist ein separates „Schuhfach“ zu haben. Dort kommen nämlich nicht nur meine Schlapfen rein sondern auch meine Schmutzwäsche…

Rucksack gepackt….

… und er wiegt, so wie hier angeführt, 8,3kg. Ich muss jedoch dazusagen, dass noch keine Hygiene/Kosmetikartikel und kein Handy (+Ladekabel & mobiler Akku) eingepackt sind. Dafür befindet sich auch das Outfit mit dem ich losgehen würde drin und die Wasserflaschen sind aufgefüllt ;-). Also im Großen und Ganzen wird sich nicht mehr viel am Gewicht ändern.

Außerdem habe ich auch die Primaloftjacke und die Haube drin. Ihr seht also, das ist nur ein ungefährer Richtwert. Man kann natürlich hier und dort ein wenig einsparen. Socken und Unterhosen umdrehen. Weniger Shirts, nur eine kurze Hose, auf Freizeitkleidung verzichten… Selbstverständlich ist es auch möglich, super leichte Kleidung zu wählen. Mittlerweile bieten Outdoorhersteller ja schon abartig leichte Kleidung an.

Unveganer Tipp – Merinowolle

Ein Tipp (den ich als Veganerin eigentlich ungern gebe) ist Kleidung aus Merinowolle – Merinowolle hat die Eigenschaft, dass sie SEHR lange geruchsneutral bleibt. So kann man auch einiges an Kleidung einsparen. Shirts aus Merinowolle können ohne Geruchsbelästigung einige Tage lang getragen werden.

Wenn man schon Merinowolle in Betracht zieht, dann bitte von Herstellern die Mulesing ablehnen. GOTS (Global Organic Textile Standard), ZQ Merino/Zque, New Merino oder RWS (Responsible Wool Standard by Textile Exchange) Zertifikate sind gute Indikatoren um sich zu orientieren.

Weitwandern – welche Schuhe?

Tja… das kommt drauf an. Wenn ich weiß, dass ich nur im subalpinen Raum unterwegs bin, würde ich IMMER niedrige Trekking/Trailrunningschuhe wählen. Die Betonung liegt auf ICH würde das so wählen. Ich persönlich fühle mich wohler in niedrigen Schuhen und bin sicher schon mehr Wanderungen in niedrigen als in hohen Wanderschuhen gegangen. Für was auch immer man sich entscheidet, die Schuhe sollten eingelaufen sein und zu den eigenen Bedürfnissen und Vorlieben passen.

Weitwandern – die richtigen Schuhe
La Sportiva Trango Guide Evo GTX oder Salomon Outpath sind aktuell meine Favoriten

Weitwandern – die Packliste für 5-7 Tage

*haha* Das war jetzt wohl der längste Blogpost den ich je geschrieben habe. Ich frag mich auch gerade wie man es eigentlich schafft so viel übers Packen schreiben zu können…

Na wie auch immer… wie angekündigt gibt es jetzt auch noch eine Packliste als pdf zum Herunterladen. Ich hoffe ich konnte euch mit der Packliste ein wenig helfen. Weniger ist mehr. Vor allem wenn man alles schleppen muss – vergesst das nicht 😉



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2 comments

Nadine 10. Juli 2019 - 13:26

mega gut! Ich hab jetzt dann einen 3 wöchigen Trip durch Skandinavien vor mir *_____* zwar mit unserem umgebauten Van, aber mehr-tages touren etc. sind natürlich trotzdem dabei. Auch wenn ich schon Erfahrung hab, finde ich solche posts mega hilfreich 😀 danke!

Reply
Carmen 10. Juli 2019 - 17:27

Danke für die Packliste und Ausführungen dazu. 😉
Sehr praktisch finde ich das pdf!

Reply

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