Die Sani-Ausbildung macht mich zu einem besseren Menschen

by Sabrina

Ist es nicht ein bisschen zu früh zu sagen, dass mich die Sani-Ausbildung zu einem besseren Menschen macht? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. In zwei Monaten hat sich auf persönlicher Ebene so viel bei mir getan – ich sehe manche Dinge mit anderen Augen …

Nach zwei Monaten ein besserer Mensch?

Ich war ja nie ein schlechter Mensch – zumindest würde ich das jetzt einfach mal so behaupten 😉 Auch wenn es erst zwei Monaten sind, aber ich habe jetzt schon das Gefühl etwas Sinnvolles zu tun und das empfinde ich als besser als vorher.

Ich war immer schon eine große Verfechterin der Zivilcourage, habe mich niemals gescheut für fremde Menschen meine Stimme zu erheben oder ihnen zu helfen. Die Sani-Ausbildung hat diesen Zugang nochmal verändert. Ich fühle mich nämlich jetzt in der Lage, Dinge zu tun von denen ich vor zwei Monaten nicht mal einen blassen Schimmer hatte. Bestes Beispiel ist die Reanimation. Vor der Ausbildung hätte ich wahrscheinlich auch versucht zu helfen. Die Betonung liegt hier jedoch auf wahrscheinlich, denn wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht ob ich nicht total überfordert oder hilflos gewesen wäre.

Jetzt wo ich sogar schon weiß wie man einen Tubus setzt, fühle ich mich bereit auch eine Reanimation durchzuführen. Das klingt sehr seltsam, ich weiß… aber vor der Sani-Ausbildung hatte ich eigentlich nur das Wissen aus einem Führerschein Erste-Hilfe Kurs. An dieser Stelle möchte ich das extra betonen: Dieser Erste-Hilfe Kurs REICHT EINFACH NICHT AUS!! Gut, vielleicht hatte ich nur Pech damals. Dennoch glaube ich, dass es eigentlich allen so geht… man kann aus so seinem 6-stündigen Erste-Hilfe Kurs ja gerade mal ein paar Basics mitnehmen.

Das Rote Kreuz bietet übrigens regelmäßig Erste-Hilfe Kurse an: https://www.roteskreuz.at/site/erste-hilfe/erste-hilfe-kurse/

ERSTE HILFE RETTET LEBEN!!!

Die Inhalte in der Sani-Ausbildung

Die Reanimation stellt eine der wichtigsten Dinge in der Sani-Ausbildung dar. Was klar ist… sie ist ja auch überlebenswichtig. Man übt sie wirklich sehr viel. Die Reanimation ist auch ein Kernelement der Zwischenprüfung. Neben der Reanimation mithilfe von Geräten und gemeinsam mit einem Kollegen – wie es als Sani üblich ist – haben wir auch gelernt wie man als Ersthelfer eine Reanimation durchführt. Als Ersthelfer ist es ja doch sehr wahrscheinlich, dass man keine Geräte mit sich führt und vermutlich auch alleine ist.

Ganz allgemein werden folgende Inhalte bei der Sani-Ausbildung durchgenommen:

  • Erste Hilfe
  • Hygiene
  • Rechtliche Grundlagen
  • Anatomie und Physiologie
  • Störungen der Vitalfunktionen
  • Notfälle bei verschied. Krankheitsbildern
  • Spezielle Notfälle
  • Defibrillation mit halbautomatischen Geräten
  • Geräteleher und Sanitätstechnik
  • Rettungswesen
  • Katastrophen, Großschadensereignisse, Gefahrgutunfälle
  • Angewandte Psychologie und Stressbewältigung
  • Praktische Übungen ohne Patientenkontakt

Die theoretischen Inhalte habe ich aktuell ca. zur Hälfte absolviert. Nachdem ich aufgrund von Kooperationen an einigen Wochenenden nicht da war, hole ich nun im Blockkurs die fehlenden Inhalte nach und werde (hoffentlich) am 17. Juli meine Zwischenprüfung ablegen. Sobald die Zwischenprüfung erfolgreich absolviert ist, darf ich „Dienst machen“ und „mit auf den Wagen“. Update: Zwischenprüfung habe ich bestanden und warte aktuell nur noch auf meine Dienstkleidung… *aufgeregt*

Die Sani-Ausbildung schlägt Wellen

Auf Instagram habe ich mir zum Ziel gesetzt alle mit meinen Erste-Hilfe Maßnahmen so lange zu nerven bis jeder (zumindest theoretisch) einen ausgezeichneten Ersthelfer abgibt. Natürlich ersetzen meine Stories keinen Erste-Hilfe Kurs. Dennoch ist es IMMER gut solche Dinge einfach zu wissen – am besten im Schlaf. Es ist einfach so wichtig zu wissen wie man bei den unterschiedlichen Notfällen richtig reagiert.

Es macht mich auch unglaublich glücklich zu hören wie gut die Erste-Hilfe Stories ankommen und noch glücklicher wenn ich höre, dass sich die eine oder andere schon zu einem Erste-Hilfe Kurs angemeldet hat.

Alleine durch eure vielen positiven Rückmeldungen, habe ich schon das Gefühl etwas Sinnvolles zu tun. Wie ich ja schon hier erwähnt habe, möchte ich dieses Jahr einfach etwas Gutes tun – meine Selbstdarstellung auf Instagram um wirklich sinnvollen Mehrwert erweitern.

Muss es unbedingt die Sani-Ausbildung sein?

Das Rote Kreuz bietet so viele Möglichkeiten sich ehrenamtlich zu betätigen. Der Rettungsdienst ist verhältnismäßig sogar eher ein kleiner Aufgabenbereich.

Es gibt zum Beispiel die Gesundheits- und Sozialen Dienste die vom Henry-Laden über Flüchtlingsbetreuung bis zur Hospizbegleitung reichen. Mehr zu den unterschiedlichen Aufgabenbereichen der Gesundheits – und Sozialen Dienste findet ihr hier.

Man kann beim Roten Kreuz aber beispielsweise auch im Katastrophen-Hilfdienst tätig werden oder Blutspenden gehen. Blutspenden rettet Leben. Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal Blut gespendet. In der Vergangenheit habe ich es mir etliche Male vorgenommen und trotzdem nie gemacht. Ich denke die Sani-Ausbildung war dann der entscheidende Stupser den ich brauchte. Es wird einem einfach bewusst, wie EXTREM wichtig Blutspenden ist.

Auf Instagram habe ich euch ja bei meinem „erstes Mal“ in den Stories mitgenommen. Mich erreichte dann eine Nachricht die mir die Tränen in die Augen trieb: „Und dafür ein fettes Danke! Leute wie ich sind nämlich auf Leute wie euch Blutspender angewiesen. Zumindest bin ich eine von denen, die häufig mal spontan Bult brauchen.“

Als ich dann nur eine Woche nach meiner Blutspende die SMS von der Blutspendezentrale bekam, dass mein Blut gerade eben an eine/n Patient/in geliefert wurde, hatte ich das zweite Mal Tränen in den Augen. Dieses Gefühl zu wissen, dass man wirklich etwas Wertvolles getan hat ist unbezahlbar.

Wer also auch überlegt sein Blut zu spenden, findet hier die Blutspende Termine in seiner Umgebung: https://www.gibdeinbestes.at

Das Rote Kreuz

„Das rote Kreuz ist der geilste Verein der Welt“ – Worte einer meiner Vortragenden. Zugegeben, ich kann da kaum widersprechen. Das Rote Kreuz hat so viele Aufgabenbereiche, leistet so wichtige Dinge für die Gesellschaft und ich bin stolz nun auch Teil dieses Vereins sein zu dürfen. Die Grundsätze des Roten Kreuzes: Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität gehen mir langsam ins Blut über – Benni meinte gestern spaßhalber „Und? Wann hast du deine Angelobung“. Es gibt natürlich keine, aber ich würde ohne mit der Wimper zu zucken meine Treue schwören. Klingt sehr theatralisch… aber wenn man nicht weiß wie es ist Teil dieser riesigen Gemeinschaft zu sein, kann man kaum nachvollziehen wie schnell man sich verbunden fühlt.

Das Rote Kreuz – Leitbild

Es mach etwas mit einem. Man verändert sich. Man sieht die Welt plötzlich anders. Einstellungen und Werte verändern sich. Man entwickelt einen Blick fürs Wesentliche.

Ohne Zweifel kann ich jetzt schon sagen, dass die Ausbildung zur Rettungssanitäterin die beste Entscheidung in 2019 war. Und sollte ich bemerken, dass die Sanijacke doch nicht passt, bin ich mir sicher, dass das Rote Kreuz immer eine andere, passende Jacke für mich bereithalten wird.

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