Naturlocken – meine Lockenroutine

by Sabrina

Seit einiger Zeit trage ich wieder vermehrt meine Naturlocken. Eigentlich deshalb weil ich seit mehr als 6 Monaten vermeide meine Haare glatt zu föhnen und wenn ich sie nicht föhne, machen sie eben was sie wollen. Meine Haare sind sehr speziell und ich bin mir auch nicht sicher ob alle Tipps hier für alle Haarstrukturen und Locken optimal sind. Trotzdem möchte ich euch heute meine „Basics“ im Umgang mit meinen Locken vorstellen.

Deine Locken hätte ich gerne!

Pffff…. Locken sind echt keine einfache Angelegenheit. Bei mir ist es eine Hassliebe. Irgendwie mag ich sie… zumindest die ersten zwei Tage. Danach sind sie eine Plage. Prinzipiell bin ich ein „Ich wasche mir nur einmal in der Woche die Haare“ Typ. Wenn ich meine Haare jedoch lockig trage, muss ich sie alle 2-3 Tage waschen. Nicht weil sie fettig werden. Sie verfilzen. Im Normalfall kann man sie zwar auch noch „ausfrisieren“ aber was ich dann (meistens zumindest) am Kopf habe, ist untragbar. *haha*

Meine Haarstruktur

Anfangs habe ich schon erwähnt, dass meine Haarstruktur sehr speziell ist.

  • blondiert
  • feine, aber viele Haare
  • trocken
  • 2c – 3a Locken (siehe Grafik)

Locken sind nicht gleich Locken. Ob es tatsächlich sooo wichtig ist zu wissen welche Locken man hat, sei dahingestellt. Es gibt sie jedenfalls von leicht welligem zu krausem Haar.

Andre Walker Hair Typing System

Im Internet kursieren, passend zu den unterschiedlichen Haartypen, Unmengen an Pflegeempfehlungen. Jedes Haar ist trotzdem anders und die Empfehlungen sind immer nur Anhaltspunkte. Beispielsweise darf man feine Haare NIEMALS mit zu viel Pflege bombardieren. Sie werden einfach platt. Ein Fehler den ich viel zu oft gemacht habe. Deshalb möchte ich euch ein paar Tipps vorstellen mit denen ich meine Locken halbwegs in den Griff bekomme.

Die Curly Girl Methode

Im Winter 2017 habe ich die viel gepriesene Curly Girl Methode versucht. Ich möchte gar nicht sagen, dass sie nicht funktioniert. Ich habe dennoch nur Teile davon in meine eigene Lockenroutine übernommen. Wobei ich natürlich schon sagen muss, dass sie mir wirklich die Augen geöffnet hat. Eigentlich hatte ich GAR keine Ahnung wie man mit Naturlocken umgeht und das obwohl ich ein Lockenkopf bin.

Ich habe aber auch erst mit 17 Jahren eher zufällig bei einem Frisörbesuch erfahren, dass ich so eine starke Naturwelle habe. Ich habe seit ich 13 bin mit meinen Haaren herumexperimentiert. Ständig blondiert, gefärbt und was weiß ich alles gemacht. Damals ließ ich mir meine kaputten Haare recht radikal von lang auf einen kurzen Bob kürzen. Ich kann mich noch erinnern als meine Frisörin freudig sagte: „Na da schau her. Du hast ja richtige Locken.“ Danach folgte ein Lockenstyling. Am Ende sah ich aus wie Baby von Dirty Dancing. So begann der Locken-Leidensweg *haha*

Je älter ich wurde umso mehr wollte ich gesündere Haare. Und je gesünder lockige Haare sind umso lockiger werden sie auch…. Ich hab aufgehört sie zu glätten aber sie trotzdem, so gut wie immer noch über die Rundbürste geföhnt, bis ich auf der Uni meine „CurlyJules“ kennengelernt habe… sie hat mir den ersten und immer noch wertvollsten Lockentipp gegeben. Mehr dazu dann beim Punkt „Styling“.

Meine Lockenroutine

Nachdem ich doch schon einiges ausprobiert habe, möchte ich euch bei jedem Punkt auch gleich erzählen was bei mir nicht funktioniert hat oder nur bedingt geeignet ist.

Meine Lockenroutine – Naturlocken
Meine Lockenroutine

Frisieren & die richtige Bürste bei Naturlocken

Ja… die Lockenroutine beginnt eigentlich schon beim Frisieren. Es gibt Lockenköpfe die ihre Haare gar nicht frisieren/bürsten. Auch das habe ich eine Zeit lang versucht. Aber dazu dann mehr beim Punkt „Waschen“. Natürlich ist die Bürste der größte Feind der Locken. Eigentlich gilt: Je lockiger die Haare sind, desto weniger sollte man sie bürsten.

Lockige Haare haben eine aufgeraute Hornschicht – alles was also die Haare noch mehr aufrauen kann, sollte eigentlich vermieden werden. Dazu zählt auch bürsten.

Kamm oder Bürste? Da scheiden sich die Geister. Ich schwöre auf den „Tangle Teezer“. Nachdem meine Haare so stark verfilzen, was vor allem an der Kombi blondiert & fein liegt, ist der Tangle Teezer wirklich die beste Wahl für mich. Anzumerken sei noch, dass ich die Haare wenn ich sie lockig trage NUR vor dem Haare waschen bürste. Dazu beginne ich in den Spitzen und arbeite mich nach oben. Erst ganz am Ende fahre ich mit dem Tangle Teezer vom Ansatz bis zu den Spitzen durch.

Waschen von Naturlocken

Oh mann… das lästigste Thema. Ganz nach der Curly Girl Methode (CGM) habe ich versucht nur mit Conditioner zu waschen. Bei der CGM werden die Haare nämlich auch nicht frisiert/gebürstet sondern beim Waschen mit Conditioner lediglich „entwirrt“. Das hat bei mir ehrlicherweiser nur mäßig funktioniert. Hauptsächlich auch deshalb weil Conditioner für meine Haare zu reichhaltig ist. Natürlich kann es auch sein, dass ich einfach nicht den richtigen Conditioner hatte. Aber wenn ich einen zu schwachen verwende, krieg ich die Knoten nicht aus den Haaren. Ist er zu stark werden meine Haare platt.

Also zurück zum Shampoo. Ich habe bereits so unfassbar viele Shampoos ausprobiert. Aktuell verbrauche ich gerade alle Shampoos die ich noch so bei mir horte. Dadurch habe ich auch zufällig bemerkt was bei meinen Locken gerade am besten funktioniert:

  • Vor dem Waschen bürste ich sie – siehe letzter Punkt
  • aktuell wasche ich sie mit dem festen Alverde Shampoo von der DM Eigenmarke oder einem Tiefenreinigungsshampoo (je nachdem was ich an Stylingprodukten verwendet habe)
  • manchmal verwende ich noch den Alverde-Feuchtigkeits Conditioner – jedoch nur wenig und NUR in den Spitzen

Zum Thema Waschen möchte ich noch anmerken, dass ich bei meinen Haaren folgendes bemerkt habe: Sind sie im nassen Zustand weich wie Seide wird es mit den Locken nix. Sie sollten im nassen Zustand quietschen – dann sind die Silikone draußen.

Locken mögen prinzipiell keine Silikone – zumindest was das Waschen angeht, kann ich das wirklich bestätigen. Sind die Haare erst mal voll mit Silikonen – und Silikone lieben es ja sich in der aufgerauten Haarstruktur bequem zu machen – verlieren die Locken an Sprungkraft.

Richtig Trocknen bei Naturlocken

Jetzt kommen wir zum Eingemachten. Was nach dem Waschen mit den Haaren passiert ist wirklich entscheidend für das Ergebnis. Für mich gibt es zwei Varianten: Weiche Locken und Harte Locken. Klingt vielleicht erstmal seltsam, aber ihr werdet gleich erfahren was ich damit meine. Bevor wir ins Detail gehen, hier ganz allgemeine Tipps:

  • NIEMALS FRISIEREN/BÜRSTEN
  • nicht trocken rubbeln
  • kein Handtuch verwenden
  • mit einem Baumwoll T-Shirt (mein Favorit) oder Microfasertuch „handtuchtrocken kneten“
  • über Kopf trocken kneten
  • wenn man nicht lufttrocknet NUR mit einem Diffuser föhnen

Styling „Harte“ und „Weiche“ Locken

Bevor ich auf die unterschiedlichen Varianten genauer eingehe noch ein paar wichtige „Kleinigkeiten“.

  1. Bevor ich Stylingprodukte in die Haare gebe, lege ich sie grob – immer der Lockenstruktur folgend. Nasse Locken formen sich in Partien, diese sollte so gut es geht nicht getrennt werden. Ich mache es eigentlich oft so, dass ich die nassen Haare über Kopf mit einem T-Shirt handtuchtrocken knete, dann werf ich sie schwungvoll nach hinten und hüpfe so lange auf und ab bis sie alle „hängen“ und nicht mehr kreuz und quer stehen. Dann schmeiß ich ein paar Partien noch zurecht bis es halbwegs passt (trage immer nen seitlichen Scheitel). Es hilft beim Lufttrocknen oft den Scheitel auf die „falsche Seite“ zu legen und ihn dann erst im trockenen Zustand umzulegen (so bekomme ich mehr Ansatz-Volumen).
  2. Dann knete ich die Stylingprodukte (harte Locken) oder Haarmaske (weiche Locken) ein.
  3. Sind die Stylingprodukte drin, knete ich nochmal mit dem Shirt und dann
  4. NICHT MEHR ANGREIFEN (wenn NUR vorsichtig knetend) bis sie trocken sind – auf gar keinen Fall durch die Haare fahren, nochmal versuchen umzulegen oder sonst was. Wenn sie geföhnt werden IMMER mit einem Diffuser Aufsatz föhnen. Zuerst über Kopf bis sie fast ganz trocken sind. Beim Föhnen die Haare in den Aufsatz legen – wenn möglich mit niedrigster Stärke und Hitze arbeiten.
Meine Lockenroutine – Naturlocken
Don’t touch the curls!!

Weiche Locken

Unter weichen Locken verstehe ich meine natürlichen Locken. Quasi ohne Stylingprodukte – denn ich knete nur ne Haarmaske rein. Jap… richtig gehört. Das war der erste und gleichzeitig wertvollste Locken-Styling-Tipp ever. Ich habe ihn damals von meiner Studienkollegin bekommen. Ich konnte selbst nicht glauben dass es funktioniert bis ich es selbst ausprobiert habe… Aktuell verwende ich immer noch eine Feuchtigkeitsmaske von Kerastase (diese Maske habe ich seit gefühlt 100 Jahren). Ich habe es um ehrlich zu sein noch nie mit einer Naturkosmetik-Maske versucht. Aber ich denke, solange es eine Feuchtigkeitsmaske ist, wird es auch mit anderen Haarmasken funktionieren.

Vorteile

  • die Haare sind weich
  • sie verfilzen nicht so stark
  • es gibt kein Verkleben
  • sind leicht zu frisieren/bürsten
  • bei Regen werden sie noch schöner
  • ausfrisieren möglich & meist auch danach noch tragbar

Nachteile

  • sie müssen luftgetrocknet werden (kein Hitzeschutz!)
  • sie halten nicht so lange
  • nicht ganz so voluminös
  • nur ein dezenter messy Look – oder auch gar keiner
  • oft nicht gleichmäßig stark gelockt
Weiche Locken am ersten Tag
Weiche Locken am ersten Tag
Weiche Locken frisiert am vierten Tag
Weiche Locken ausfrisiert am vierten Tag

Harte Locken

Unter harten Locken verstehe ich die gestylte Variante – also mit richtigen Locken- Stylingprodukten. Hier habe ich in den letzten Jahren alles mögliche versucht. In Wahrheit funktionieren gestylte Locken bei mir auch schon mit einem herkömmlichen Föhnschaum. Das muss nicht mal einer für Locken sein. Trotzdem habe ich auch schon die Lockenstyling Produkte von John Frieda und den Lockenbalsam von taft ausprobiert. Den Lockenbalsam kann man sich eigentlich sparen (ist ähnlich wie die Haarmasken-Variante). Die John Frieda Produkte sind ehrlich gesagt nicht so schlecht … sie sind aber natürlich keine Naturkosmetik, teuer und trocknen die Haare noch mehr aus (zumindest meine).

Vorteile

  • mega Volumen
  • die Locken halten länger
  • messy Look (spätestens Tag 3)
  • schneller fertig weil Hitzeschutz & Föhnen von Vorteil um das Maximum rauszuholen

Nachteile

  • sie verkleben
  • durch die Haare fahren unmöglich
  • ausfrisieren ist eine Qual und danach sind sie untragbar
  • verfilzen VIEL schneller
  • Haare sind härter
Harte Locken am ersten Tag
Harte Locken am ersten Tag
Harte Locken am dritten Tag
Harte Locken am dritten Tag – messy Look

Sonstige Tipps

Die Locken werden nicht gebürstet. Was auch bedeuten kann, dass man die Haare mal für 3-5 Tage nicht bürstet. Natürlich, bei mir ist dann spätestens ab Tag 3 der „messy Look“ an der Tagesordnung. Haare die mehr wie Möchtegern Dreads aussehen als Locken. Ich mag das manchmal – auch wenn ich es dann beim nächsten Mal Waschen bereue…

Locken können mit Wasser aus einer Sprühflasche aufgefrischt werden. Das funktioniert bei den weichen besser als bei den harten Locken.

Don’t touch the curls!! Ich kann das wirklich nur immer und immer wieder sagen. Wenn die Locken nass sind, ist das wirklich die oberste Regel. Beim Anziehen sollte das berücksichtigt werden. Auf nasse Locken kommt auch keine Haube oder Kapuze. Aber auch im trockenen Zustand sollte man sich das „Durch die Haare fahren“ abgewöhnen. Es zerstört die Locken einfach…

Zum Schlafen trage ich immer eine Palme am Kopf. So erhalte ich mir die Lockenstruktur so gut es geht (manche schwören auch auf Seidenkissen, Buffs usw.). Wichtig ist, die Haare eher in einer lockeren Palme zusammenzubinden – am besten mit einem sehr weichem Haargummi (z.B. Scrunchie).

Meine Locken mögen es nicht besonders wenn ich sie in einen Zopf verbanne. So lange es geht, versuche ich sie offen zu tragen… Locken mögen es auch nicht unter Schulterriemen eingeklemmt zu sein. Bei Rucksack und Tasche immer aufpassen (sollte man aber sowieso immer bei langen Haaren).

Wenn die Locken an Sprungkraft verlieren und/oder sich schnell aushängen kann das zwei Ursachen haben: Kaputte Spitzen oder überpflegte Haare.

Man kann mal probieren mit einem Tiefenreinigungsshampoo (oder auch Natron Peeling / hier wird man sein blaues Wunder erleben … daher auf eigenen Gefahr) zu waschen. Manchmal sind die Haare einfach überpflegt, voll mit Silikonen und nicht mehr in der Lage sich anständig zu locken. Eine tiefe Reinigung schafft Abhilfe. Danach würde ich aber unbedingt die „Haarmasken-Variante“ anwenden.

Wenn die Reinigung nichts hilft oder es noch schlimmer macht: SPITZEN SCHNEIDEN. Keiner will das und ich mache das auch viel zu selten. Aber die Wahrheit ist, wenn die Spitzen ausgedünnt oder splissig sind, verlieren die Locken an Sprungkraft und hängen sich viel schneller aus. Bei kaputten Spitzen wirklich die einzige Möglichkeit.

Naturlocken sind…

… wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie was man bekommt.

Jemand von euch hat das mal unter ein Locken Bild von mir kommentiert. Und so ist es leider wirklich oft. Ich möchte jetzt gar nicht sagen, dass mein Lockentyp die schlimmste Variante von allen ist *haha* Trotzdem stelle ich mir dicke, lockige Haare oder Haare mit einer leichten Naturwelle einfacher vor. Aber wie sagt man so schön: Man will immer das was man nicht hat. Trotzdem finde ich mich langsam damit ab, dass ich eben ein Lockenkopf bin. Meine Haare sind einfach unglücklich wenn ich sie glatt föhne & das sieht man ihnen leider auch immer an…

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1 comment

Denise 10. Juni 2020 - 9:17

Hallo Sabrina,
glaube ich hab dieselben Haare wie du 😀
Das mit den „möchtegern-dreads“ und diese verfilzungen kommt mir sehr bekannt vor.
Ich verzweifle seit Jahren an meinen Haaren weil sie am 2ten Tag ausgetrocknet und verfilzt sind, egal ob lockig oder glatt getragen.
Zum ersten mal seit Jahren stellt sich mir die Frage ob ich nicht vielleicht ein Lockenkopf bin (da ich als kind einer war) und ich das die letzten Jahre ignoriert habe und das Bändigen dieser Haare einfach nicht auf die Kette kriege.
Ich werde diese Methoden mal ausprobieren und erhoffe mir, dass ich eines Tages mal morgens aufstehe und mich kurz schütteln muss und dann losziehen kann. Bisher seh ich eher aus wie ein zerrupftes Huhn, ob mit oder Ohne Palme/Dutt/flechtvariante/offen.

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