Life Update: Über das Müllsammeln, Zeit für mich und Ungeduld

by Sabrina

Ich sitze hier auf unserer Terrasse, sollte eigentlich Blogbeiträge für Kooperationen schreiben und merke, dass ich seit Jahresbeginn erst zwei Beiträge verfasst habe, die nicht im Zusammenhang mit einer Kooperation standen. Deshalb kommt hier mal wieder ein persönlicher Beitrag, ein Life Update könnte man sagen. Denn dieses Jahr wollte ich doch alles ein wenig anders machen…. 

Dieses Jahr wird alles anders

Langsam wird’s 🙂 Noch vor ein paar Wochen war ich tatsächlich ziemlich durch den Wind. Meine Ungeduld hat mich wahnsinnig gemacht. Ich hatte das Gefühl, dass meine Pläne alle nicht so umsetzbar sind wie ich mir das vorgestellt habe. Aber jetzt habe ich ja schon mal die Kurstermine für die Rettungssanitäter Ausbildung, die große Jahreschallenge hat mittlerweile ein recht solides Konzept und ich habe Möglichkeiten gefunden mich „abzulenken“. Deshalb dachte ich, es wäre mal wieder Zeit für ein kleines Life-Update hier am Blog.

Die Rettungssanitäter Ausbildung

Dieses Jahr wollte ich Gutes tun, deshalb habe ich mich für die Rettungssanitäter Ausbildung angemeldet. Ich wollte meinem Tun mal wieder einen übergeordneten Sinnn geben. Machen und nicht nur reden. Ehrenamtlich habe ich in den letzten Jahren immer wieder mal gearbeitet. War bei der Tafel (Initiative von Ö3 und dem Roten Kreuz) dabei und habe im „Guten Laden“ (Sozialmarkt hier bei uns in der Gemeinde) über längere Zeit mitgeholfen.

Ich brauche das. Es gibt ja unterschiedliche Gründe warum Menschen sich ehrenamtlich engagieren. „Einfach nur Gutes tun“ ist bei mir streng genommen keine ausreichende Erklärung. Es geht zumindest bei mir um so viel mehr. Für mich war es immer schon schwer die Ungerechtigkeit auf dieser Welt zu akzeptieren. Während meine Klassenkameraden über ihre Haustiere referierten, hielt ich mit 12 Jahren ein Referat über die Beschneidung von Frauen in Afrika. 9/11 hat mich damals so mitgenommen, dass ich tatsächlich lange gebraucht habe das alles zu verarbeiten.

Machen – nicht reden

Es ist diese Realitätswatsche die mich immer wieder aufs Neue trifft, Hilflosigkeit, Scham und ein schlechtes Gewissen. Prinzipiell würde ich mich nicht als sensiblen Menschen beschreiben und schon gar nicht als „Gutmensch“. Mit vielen Dingen kann ich gut umgehen – vielleicht aber auch nur deshalb weil ich gelernt habe Dinge auszublenden, mich zu schützen. Ich habe mir selbst eine Komfortzone geschaffen – meine eigene kleine Welt. Aber manchmal, ja manchmal fallen die Mauern meiner Welt in sich zusammen. Dann stehe ich da. Heule. Bin verzweifelt. Weiß nicht wohin mit all den Emotionen. Ich hasse mich in solchen Momenten. Hasse mich weil ich weiß wie egoistisch ich doch lebe. Weil ich weiß, dass ich viel mehr tun könnte.

Deshalb will ich Gutes tun. Ich will Gutes tun um mein Gewissen zu beruhigen, um mich selbst gut finden zu können. Ich bin eine Macherin. Ich will AKTIV sein. Sicher, man muss auch reden damit andere Menschen aufmerksam werden – aber das ist nicht mein Zugang.

Das Müllsammeln

Deshalb versuche ich jetzt auch bewusst immer wieder mal mit meinem Sackerl loszugehen um beim Spazieren Müll aufzusammeln. Gestern stand ich bei Sonnenuntergang am Ufer der Schwechat, sah den ganzen Müll und kämpfte mit den Tränen. Ich denke es war die Kombination aus Schönheit und Hässlichkeit die mir die aktuelle Situation vor Augen geführt hat. „wie kann so viel glück und schönheit neben trauer und hässlichkeit existieren… “ Ich habe die Realität mal wieder zugelassen und das ist gut so – ich muss es ab und zu einfach zulassen. Als ich dann aber nach Hause kam und den gesammelten Müll entsorgte, fühlte ich mich besser.

Die #2019zähltjederHöhenmeter Challenge – Update

Puh… *haha* wo soll ich anfangen…  im Moment vermeide ich ja online darüber zu sprechen. Es ist nicht so, dass die Challenge abgeblasen wurde. Ganz im Gegenteil. Im Hintergrund passiert gerade sehr viel. Es ist tatsächlich ein recht großes Projekt. Ein Projekt, das vielleicht viel mehr in der Öffentlichkeit stehen wird als ich es mir gedacht habe (sofern alles nach Plan läuft). Ich rede nicht darüber weil ich Fragen vermeiden will die ich zum aktuellen Zeitpunkt nicht beantworten kann. Aber ich kann euch versprechen, wenn die finale Entscheidung gefallen ist, wird es knallen. 🙂 Bis dahin heißt es abwarten, Tee trinken und Höhenmeter sammeln ;-).

Zeit für mich

Die letzten Wochen waren ja ein wenig schwierig bei mir. Also eigentlich nicht, aber eigentlich schon. *haha* Es ist einfach ein sehr subjektives Empfinden. Objektiv betrachtet ist alles halb so schlimm. Neben all der Ungeduld hatte ich ja irgendwie ne „Unglückssträhne“ … Ich war dieses Jahr schon zweimal krank, hab meine externe Festplatte gecrasht, war mit meinem Auto etliche Male in der Werkstatt, hab meine Kamera + Objektiv im Teich versenkt und hatte einen Unfall mit einem Skifahrer. Als all das über mir zusammengebrochen ist, hatte ich das Gefühl, dass ich mich in einer gewaltigen Abwärtsspirale befinde. Im Selbstmitleid versunken.

Wahrscheinlich ist das einfach nur menschlich. Manchmal muss man fühlen. Alles zulassen. Akzeptieren. Und dann eine Lösung finden.

Raus aus der Abwärtsspirale

Meine Lösung war aktiv positiv zu bleiben. Mir mal wieder Zeit für mich zu nehmen. Dinge zu tun die mir Freude bereiten (und bei denen nix passieren kann *lol*). Ich habe das zwar nicht ganz aus Social Media ausgeblendet, aber ich habe es bewusst mehr für mich getan. Ich habe den Garten auf Vordermann gebracht. Mich in das Thema Wildbienen eingelesen (die machen mich btw wirklich sehr glücklich). Viel fotografiert.

Ich fotografiere ja aktuell wieder mit meiner Einsteigerkamera und ich habe es als Möglichkeit gesehen mich mehr mit dem Thema Fotografie auseinanderzusetzen. Wenn man seit einem Jahr mit einem Profigerät fotografiert wird man doch ein bisschen „faul“. Man könnte sagen, dass ich aktiv an meinen „Skills“ gearbeitet habe. Benni und ich haben uns Zeit für eine richtige Date Night genommen – mit Essen gehen und Kino. Habe Hörbücher und zum ersten Mal Podcasts gehört. Ließ mich bewusst zum Arbeiten bei uns im Restaurant einteilen. Auch wenn ich das früher nicht so wahrgenommen habe, aber ich mag es. Oberflächliche Gespräche, ein bisschen Schmäh führen, sich körperlich betätigen und mal wieder „von der Arbeit nach Hause kommen & abschließen können„.

Ein bisschen überfordert

Mir ist dabei auch mehr bewusst geworden, dass ich mein Leben auch ruhig mal ohne Social Media stattfinden lassen kann. In der letzten Woche habe ich mein tägliches IG-Zeitlimit von 3 Stunden bis auf einen Tag nicht überschritten. Überraschenderweise habe ich es sogar geschafft oft unter 1,5 Stunden zu bleiben. Mittlerweile verspüre ich ja einen gewissen Druck. Ein „du musst was posten“ – dabei weiß ich oft nicht wie ich den Spagat zwischen „Hobby“ und „Beruf“ schaffen soll. Eigentlich ist IG ja jetzt mein Beruf. Trotzdem möchte ich mich selbst nicht als „Werbeplattform“ verkaufen und auch irgendwo noch Grenzen setzen können. Ein bisschen schwierig. Ich liebe den Austausch mit euch aber er überfordert mich auch manchmal.

Überhaupt überfordert mich dieser IG-Job manchmal sehr. Ich weiß auch, dass dieser Job bei mir ein Ablaufdatum haben wird. In der Übergangszeit – also in der Zeit wo IG langsam zu meiner Haupteinnahmequelle wurde – habe ich gesagt: Okay, dann mach ich eben 2x in der Woche alle e-Mails und was sonst noch so anfällt. Mittlerweile bin ich bei: Okay, ich mache 2x in der Woche mal keine e-Mails und was sonst noch so anfällt.

Ich habe mich wieder dem System gebeugt dem ich eigentlich den Rücken kehren wollte. Hab mein unbeschwertes ich unter einem Haufen Verantwortung, Professionalität und Druck begraben. Benni meinte gestern: „Du darfst dich einfach nicht so wichtig nehmen“ Vermutlich hat er damit recht. Vielleicht muss ich das alles wieder ein bisschen lockerer nehmen. Ich kann mich an 4 Tage in den letzten drei Jahren erinnern an denen ich nicht online war. 4 Tage an denen ich mein Leben nicht öffentlich geteilt habe.

Es ist natürlich schwer nachzuvollziehen wie es ist täglich Feedback zum eigenen Leben zu bekommen. Ich kann es euch sagen: Einerseits macht es süchtig. Andererseits ist es kräfteraubend.

Ab in die nächste Runde

Auch wenn ich gesagt habe, dass dieser IG-Job ein Ablaufdatum haben wird, bin ich noch länger haltbar 😉 Mir macht es zu viel Spaß, auch wenn ich ab und zu überfordert bin. Ich muss mir einfach meine Auszeiten nehmen. So wie jeder mal Auszeiten vom Job braucht. Ich bin hier noch lange nicht fertig. Aber ich werde versuchen mich selbst wieder mehr auszugraben und eine bessere Balance zu finden.

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1 comment

Paulina 4. April 2019 - 7:15

Ach Sabrina, was für ein schöner, ehrlicher Beitrag. Danke!
Ich kenne es, dieses Gefühl, dass alles über einem zusammenbricht und man sich irgendwann ein wenig vor sich selbst schämt, weil es einem doch eigentlich so gut geht. Ich denke jedoch, dass es uns allen zusteht und einfach wichtig ist, dann auch zu versuche an den Schrauben zu drehen, damit es besser wird. Das Privileg genießen wir ja zum Glück, dass wir zumindest ein paar Dinge für uns verbessern können.
Ansonsten bin ich sehr gespannt auf die E Erfahrungen mit/in der Ausbildung. Davor hab ich mega viel Respekt!
Liebe Grüße, Paulina

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